Das Kaulenbachtal

 Das Kaulenbachtal, romantisch gelegen zwischen den Orten Müllenbach, Laubach und Leienkaul, war seit dem späten 17.Jahrhundert mit das bekannteste Schiefer-Abbaugebiet im Linksrheinischen Schiefergebirge. 1959 wurde hier, nach Wassereinbruch auf der Grube Maria-Schacht, der Schieferbergbau eingestellt.

Nach der endgültigen Stillegung der Schiefergruben entwickelte sich das Kaulenbachtal zum Rückzugsgebiet für seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Insbesondere wärmeliebende Arten, wie zum Beispiel die Mauereidechse, fanden im ehemaligen Abbaugelände mit seinen mächtigen Abraumhalden, offenen Bodenflächen und nicht mehr bewohnten Steinhäusern günstige Lebensbedingungen. Die zahlreichen Stollen wurden zum Winterquartier für Fledermäuse. 1988 wurde das Kaulenbachtal gemeinsam mit dem benachbarten Müllenbachtal als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Das Kaulenbachtal zeichnet sich  nicht nur durch seine Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz aus. Die Reste der Bergwerksanlagen dokumentieren die Geschichte des Schieferbergbaus und sind damit wertvolle Zeugnisse für die Denkmalpflege. 1993 wurde das Tal als denkmalgeschützte Zone ausgewiesen.

Trotz der hohen Wertigkeit des Gebiets gab es in den 1990er Jahren Pläne des damaligen Flächenbesitzers die Gesteinshalden abzutragen. Dieses Vorhaben konnte durch einen Flächenankauf von Seiten der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland - Pfalz verhindert werden.

1995 formierte sich in Müllenbach der Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte, der es sich zur Aufgabe machte, gemeinsam mit den Organisationen Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland - Pfalz (GNOR)  sowie der Biotopbetreuung der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland - Pfalz das Kaulenbachtal, seine Flora und Fauna und die materiellen Zeitzeugen des Schieferbergbaus zu sichern und zu erhalten.

1997 wurde mit den ersten Pflegemaßnahmen im Kaulenbachtal begonnen. Im Mittelpunkt stand dabei die Freistellung von Mauerfragmenten, die Entbuschung von Trockenrasen und die Öffnung von Stolleneingängen. Seither werden jährlich gemeinsame Pflegeaktionen des Schiefervereins, der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland - Pfalz und der Biotopbetreuung durchgeführt. Die Maßnahmen dienen gleichzeitig dem Natur- und Denkmalschutz und tragen zur Aufwertung des Gebiets für den Tourismus bei.

Zwischenzeitlich wurden viele Gebäudereste und Trockenmauern vor dem Verfall gesichert. Stolleneingänge wurden eröffnet und Schieferhalden frei geschnitten. Viele weitere Maßnahmen sind geplant und werden, soweit die finanzielle Unterstützung es zuläßt, dazu führen, das sich das Kaulenbachtal zu einer einzigartigen Symbiose  entwickelt, die Natur- Denkmal und Umweltschutz sowie sanften Tourismus miteinander verbindet. Finanziert wird das Projekt von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland - Pfalz mit der Unterstützung der Lotterie  "Glücks Spirale" und dem Land Rheinland - Pfalz.

Durch das Kaulenbachtal mit seinen angrenzenden Höhenzügen führt der Schiefergrubenwanderweg.