Geotop-Landschaft
Die Moselschiefer-Straße erschließt eine Fülle von Geotopen
Die Geotop-Landschaft „Moselschiefer-Straße“ ist von internationaler Bedeutung. Es ist weltweit die einzige Bergbau- und Rohstoffregion, in der von den Ursprüngen in der Römerzeit bis zum heutigen Tag Gewinnung, Verarbeitung und Verwendung von Dach- und Wandschiefer nachvollziehbar belegt ist und ist insofern auch eine der wenigen Bergbau- und Rohstoffbeispielen mit solcher Tradition überhaupt.
Die Geotop-Landschaft Moselschiefer-Straße stellt eine bereits ausgeschilderte Touristik-Route dar, die einmalige geowissenschaftliche und montanhistorische Dokumente des Dach- und Wandschiefer-Bergbaus miteinander vernetzt.
Die Lagerstätte des Moselschiefers zählt bis heute zu den wichtigsten europäischen Lagerstätten, auf die dieser wichtige Bergbau einerseits, aber auch eine über 2000-jährige Verarbeitungs- und Handwerkstradition andererseits zurückgeht.
Es handelt sich um eine der wenigen der über 150 deutschen Touristikstraßen mit Geo-Bezug.
Diese größte Dach- und Wandschiefer-Lagerstätte Deutschlands ist auch heute noch von maßgeblicher Bedeutung auch europa- und weltweit.
Die Namensgebung der Geotop-Landschaft weist auf die über 2000-jährige Montanhistorie der Lagerstätte hin. Der Dach- und Wandschiefer aus den Vorkommen der Eifel wurde zu den Flüssen transportiert und darüber verschifft, worauf sich der Name „Moselschiefer“ auch als Qualitätsbegriff begründet. Dieser Qualitätsbegriff aus einem Transport- und Verschiffungsweg ist eine der ältesten Markenbezeichnungen überhaupt. Er ist ein bekanntes Beispiel für eine geologisch-geographisch-gesteinskundliche Marken- und Produktbezeichnung, die es weltweit nicht nur im Schiefer-, sondern auch im Naturwerkstein-Bereich gab und gibt, weitere Parallelbeispiele sind Port Madoc-Schiefer, Bangor Blue usw.
Das Gebiet des Moselschiefer-Bergbaus ist zugleich ein anschauliches Beispiel, wie Rohstoffvorkommen und -industrie auch weitergehende örtliche Industrien und Gewerbe befruchten. Das Bundesbildungszentrum des Deutschen Dachdecker-Handwerks geht auf den heimischen Dachschiefer-Bergbau zurück und gilt heute als die führende Ausbildungsstätte dieser Art in Mitteleuropa und ist Vorbild für andere, ähnliche europäische Einrichtungen (Schweiz, Spanien, Frankreich).
Überhaupt finden sich in der Geotoplandschaft hochstehende Beispiele zur Verwendung dieses Naturproduktes, wie die Burg Eltz, die Genovevaburg, die Mayener Clemenskirche, der spät gotische Kirchturm Ediger (angeblich „schönster Kirchturm der Welt“), aber auch moderne architektonisch-anspruchsvolle Bauten.
Moselschiefer-Lagerstätte und ihr Bergbau waren Anlass zu wichtigen Veröffentlichungen zur Lagerstättenkunde des Dach- und Wandschiefers, zur Erforschung der Schiefertektonik und der Schieferung an sich, aber auch zur regionalgeologischen und geomorphologischen Erforschung der Eifel.
Diese Bedeutung wird auch durch überregional wichtige Sehenswürdigkeiten in Form des Deutschen Schiefer-Bergwerks unter der Genoveva-Burg, des Eifelmuseums, der Moselschieferdächer und der Höhenbefestung auf dem Katzenberg, der dortigen Römer-Warte, dem Moselschiefer-Haus in Klotten und dem Schiefer-Wanderweg in Laubach/Müllenbach/Leienkaul und vielen anderen dokumentiert. Sonstige Einzelgeotope sind der beiliegenden Liste zu entnehmen.
