Informationen
- 1: Streckenverlauf.
- 2: Über den Schiefer.
- 3: Tourismus.
- 4: Rallye.
- 5: Kontakt.
Schieferland Kaisersesch
Der Schiefergruben-Wanderweg
- ein Rundweg -
Die Geschichte der Orte Müllenbach, Laubach und Leienkaul ist eng verknüpft mit dem Schieferbergbau. Zwischen den genannten Orten liegt das Kaulenbachtal, in dem vorrangig der Schieferbergbau stattfand. Von 1695 bis 1959 förderte man hier mit den qualitativ besten Dachschiefer des linksrheinischen Schiefergebirges. Durch diese Region führt uns der Schiefergrubenwanderweg, ein Highlight an der Moselschieferstraße. Die Wanderung kann von allen drei Orten aus begonnen werden.
An den Ausgangspunkten befinden sich Informationstafeln.
Empfehlung: Nutzen Sie das Angebot einer geführten Wanderung durch sachkundige Wanderführer des „Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte“.
Noch vor Beginn der Wanderung entlang einer landschaftlich einmaligen Wegstrecke, vorbei an alten Grubeneingängen, Gebäuderesten und einer einzigartigen Flora und Fauna, haben Sie die Möglichkeit, im Gemeindehaus Müllenbach eine ständige Ausstellung und Dokumentation zum Thema Schieferbergbau zu besichtigen.
Ausgangspunkt unserer Rundwanderung ist in folgender Beschreibung der Wanderparkplatz „Auf der Nick“ (525 m NN).
Von hier aus gehen wir in Richtung Laubach, biegen vor dem Ort rechts ab und nach 20 Metern wieder rechts in einen Feldweg ein. Wir befinden uns nun auf der Trasse der ehemaligen Grubenbahn, dem „Bähnchen“, die den Dachschieferstein von der „Grube Colonia“ zum Bahnhof Laubach transportierte. Wir folgen der beschilderten Trasse, die in einigen Windungen talwärts in Nord-Süd-Richtung verläuft. Der Weg führt uns am westlichen Hang des Kaulenbachtals entlang, unmittelbar zum ersten Relikt des Schieferbergbaus, dem „Julius Stollen“. Wir befinden uns hier auf dem Gelände der ehemaligen Grube Colonia. Infotafeln zeigen alten Fotos und Grundrisse der Grube. Wenige verbliebene, mittlerweile gesicherte Grundmauern zeigen uns den Standort der Betriebsgebäude.
Links begrüßen uns die mächtigen Schieferhalden der „Grube Mariaschacht“, auch sie werden wir auf unserem Weg noch besuchen.
Der weitere Weg führt uns durch den nahen Wald hinab zum tiefsten Punkt der Wanderung. Wieder finden wir links einen restaurierten Stolleneingang. Der „Matthias-Josef Stollen“ haucht uns durch die Gitterstäbe den kalten Atem des Berges entgegen. Auf einer Höhe von 350 m NN befinden wir uns hier unten auf der „Herrenwiese“, dem Standort des ehemaligen „Müllenbacher Dachschieferwerks“.
In nördlicher Richtung verlassen wir die „Herrenwiese“ und finden rechts den so genannten „Bremsberg“, der hinauf nach Leienkaul führt. Auf ihm wurde, mittels einer Seilwinde, Schiefer auf Loren nach oben gezogen. Ein schmaler Pfad, leicht ansteigend, führt uns zwischen den Schieferhalden hindurch zur „Holzkaul“. Quasi unter uns verläuft hier der Kaulenbach über fast 200 m in einem Rohrsystem.
Der Pfad steigt rechts weiter zum Gelände der Escherkaul und den Gebäuderesten der Grube Höllenpforte an. Dahinter sehen wir eine steile Felswand, der einzige, ehemalige Tagebau im Kaulenbachtal. Ein alter Fahrweg steigt hinauf zur Klosterheide. Bemerkenswert, wie sich über fast 2 Jahrhunderte die Wagenräder der Transportwagen in den Schieferfels gefressen haben.
An der „Klosterheide“ angekommen, halten wir uns links, in Richtung der „Grube Maria Schacht“. Auf halbem Weg erreichen wir einen Punkt, der ein wunderbares Fotomotiv, die riesigen Schieferhalden im Vordergrund, mit dem alten Schieferort Müllenbach im Hintergrund, bietet. Nach kurzer Wegstrecke finden wir links die Bergstation des Bremsberg, „Bremshäuschen“ genannt. Bald erreichen wir die Grube „Maria Schacht“. Hier sieht man noch die alten Schieferschuppen (jetzt in Privatbesitz). Wir gehen am Rande der Schieferhalden entlang und erreichen einen Aussichtspunkt, der alle Mühen des Anstiegs vergessen lässt. Fast alpin mutet die weite Sicht über das Kaulenbachtal an. Von hier kann man den nahezu kompletten bisherigen Wanderweg mit seinen Einzelstationen verfolgen. Ein Eindruck, den der Wanderer so schnell nicht vergessen wird.
Vorbei an den Schieferschuppen finden wir linker Hand den Weg, der uns wieder ins Tal hinab führt. Der Ausgangspunkt Leienkaul befindet sich direkt oberhalb der Schieferschuppen, an einer Trafostation. Ein Hohlweg führt uns vorbei am Stolleneingang des „Luisenstollen“ – einer sehr alten Grubenform, bei der nur die oberflächennahen Schichten ausgebeutet wurden. Eine Holzbrücke lässt uns trockenen Fußes den Kaulenbach überqueren, bevor wir auf dem so genannten „Koulepettje“ (Grubenpfad) den Westhang in Richtung Müllenbach erklimmen. Wir erreichen nochmals die Trasse der alten Grubenbahn, die uns jetzt zu ihrer erstmaligen Station, dem Heuweg in Müllenbach, leitet. Kurz wandern wir durch den Ort, um dann weiter aufzusteigen zum Ausgangspunkt „Auf der Nick“.
Hierbei haben wir einen wunderschönen Blick über den Ort mit seiner alten Pfarrkirche (wegen ihrer Größe auch liebevoll der „Müllenbacher Dom“ genannt). Rückblickend bieten sich immer wieder interessante Ausblicke auf die Schieferhalden sowie auf Eifel und Hunsrück.
Wer möchte, kann sich nach dieser wunderschönen Wanderung in den Gaststätten aller genannten Orte mit traditionellen, einheimischen Spezialitäten verwöhnen lassen.
www.schieferverein.de



